Ich bin wieder daheim.
Krankenstand.
Ich liege zugedeckt auf der Couch.
Neben mir ein kleines Beistelltischchen.
Mit einer Tasse Tee.
Einem Stück Gebäck.
Und dem Handy.
Wie sagt Frank.
Ruf sofort an, wenn was ist.
Ich seufze.
Es geht mir im Grunde wieder ganz gut.
Aber der Arzt will kein Risiko eingehen.
Ich höre förmlich Franks Stimme voller Sorge.
Was, wenn dir das auf der Straße passiert?
Ja, ich weiß…
Das Fernsehgerät läuft.
Eine langweilige Serie.
Forsthaus Falkenau.
Eintönig.
Alles ist so vorhersehbar.
Bisweilen döse ich ein.
Am Nachmittag meldet sich Gaby.
Sie wird vorbeikommen.
Als ich ihr öffne, muss ich schmunzeln.
Pralinen hat sie mit.
Und Blumen.
Ich mach uns Kaffee.
Milde Bohne.
Später plaudern wir.
Meine Freundin druckst mit einem Mal herum.
Gabriel ist ziemlich geknickt.
Ich sehe Gaby überrascht an.
Ist er das?
Warum überhaupt?
Gaby zuckt die Schultern.
Ich ärgere mich.
Ich bin dieses Herumgeredes leid.
Gabriel nervt mich.
Zuerst faselt er von Aussprechen.
Von Freundschaft.
Und dabei wollte er mich doch nur wieder zurückhaben.
In diese kranke Beziehung.
Die mich krank gemacht hat.
Aber ich liebe Frank.
Und ich bin schwanger.
Da wird nichts mehr draus…
Meine Stimme klingt energisch.
Gaby sieht mich böse an.
Du willst ihn nicht verstehen, ja?
Ich richte mich auf der Couch auf.
Es ist mir so egal.
Hat er sich je darum gekümmert, dass ich ihn geliebt habe?
Ich war sein Sparprogramm.
Wenn Susanne nicht da war.
Weißt du was…
Ich sehe Gaby scharf an.
Warum schnappst du ihn dir nicht?
Du stehst ja doch auf ihn.
Neulich hast du es selbst zugegeben.
Öffne ihm doch dein Herz.
Sag ihm, dass du ihn willst.
Ihr wollt doch beide nicht allein sein.
Dann ist euch beiden geholfen.
Gaby sieht mich wütend an.
Glaubst du denn, dass er mich will?
Ich nehme einen Schluck vom Kaffee.
Aha.
Du hast es also schon versucht.
Vergeblich.
Aber siehst du nicht ein?
Der Typ ist beziehungsunfähig.
Der braucht Frauen, die ihn nicht wollen.
Nicht mich.
Und nicht dich.
Du hast auch was Besseres verdient.
Wir wechseln das Thema.
Träge schlecht der Nachmittag dahin.
Ich wünschte Gaby würde gehen.
Aber sie hat Frank versprochen sich um mich zu kümmern.
Also lasse ich sie kochen.
Esse den Salat.
Und das Gemüse.
Alles so gesund.
Besonders für eine schwangere Frau.
Ich bin froh als Frank kommt.
Gabys Blick sagt alles.
Sie fühlt sich fehl am Platz.
Die Tür fällt hinter ihr ins Schloss.
Frank spürt die Spannung.
Habt ihr gestritten?
Ich schüttle den Kopf.
Nicht wirklich.
Aber sie nervt.
Sie trifft Gabriel öfter.
Und lässt sich von ihm voll labern…
Der Typ macht mich krank.
Frank lächelt.
Das soll er nicht unbedingt.
Irgendwann wird er es einsehen.
Mach dir keine Gedanken.
Wir schmusen.
Tauschen Zärtlichkeiten aus.
Meine schlechte Laune verfliegt.
Plötzlich läutet es an der Tür.
Kann man denn daheim nicht mehr seine Ruhe haben?
Gaby steht vor der Tür.
Tränenspuren im Gesicht.
Sie vermag sich kaum zu artikulieren.
Frank kann sie fast nicht beruhigen.
Ich glaube er hat sich was angetan!!!
Eine SMS von Gabriel in ihrem Handy.
Alles hat keinen Sinn mehr…
Frank und ich sehen uns überrascht an.
© Vivienne