Süßigkeiten von der Bude – 1962 – Christina’s Küchengedichte

Süßigkeiten von der Bude
sind die euch denn noch bekannt
Knöterich,Salmiakpastillen
mit Lakritz waren die verwandt

Veilchenbonbons, Esspapier
kauft‘ ich an der Bude mir
für 10 Pfennig Brausepulver
streuten wir in Wasser ein

rot und grün – und wie das kribbelt
tranken wir im Sonnenschein
Mäusespeck in rosa-weiß
und im Mai da war’s schon heiß

köstlich schwarze Salmi-Rauten
gibt’s die immer noch
öde war’s in Religion
halb untern Tisch ich kroch

mit viel Spucke auf die Hand
ich Sternenmuster klebte
der salzige Geschmack, ich fand
den Unterricht belebte

Seitdem hab ich viel ausprobiert
und leckeres gegessen
doch werd ‚mein Bonbonparadies
ich sicher nie vergessen!

Christina Dittwald


Anmerkung: Im Ruhrgebiet waren die oft winzigen Verkaufskioske , genannt Buden, eine Institution. Da holten sich die Bergleute nach der Schicht
ein Wasser und einen Mops (Rollmops) um sich den Kohlenstaub aus der Kehle zu entfernen. Die Buden waren nicht an die üblichen Verkaufszeiten der Läden gebunden ! Es gibt Bücher mit Fotos von besonders urigen Buden – die allerdings immer weniger werden.

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